

Nikon D3200
Die D3200, in Deutschland erschienen im April 2012, ist Nikons jüngste Kamera im Einstiegssegment. Sie wiegt nur 498g. Der Body
ist bei Amazon.de für nur knapp über 500 Euro zu haben, das Kit
mit der prima Linse “Nikkor AF-S DX 18-105 VR” kostet ca. 700 Euro.
Wer sich eine Spiegelreflex-Kamera kaufen will, ist mir der Nikon D3200 am besten bedient. Wenn mich jemand fragt, welche er kaufen soll, empfehle ich diese. Sie ist günstig, leicht und schnell und zusammen mit dem 18-105mm Kit-Objektiv für 99% aller Foto-Vorhaben perfekt geeignet.
Auflösung
Die D3200 hat eine Auflösung von 24 Megapixel. Damit kann kein Mensch was anfangen. Für einen A3-Abzug reichen 5 Megapixel völlig aus. Alles, was darüber hinaus geht, ist pure Platzverschwendung auf der Speicherkarte. Falls Ihr euch eine D3200 zulegen wollt, dreht die Auflösung auf den Minimalwert von 6 Megapixel herunter – Ihr werdet die restlichen Megapixel nicht vermissen.
Sucher
Der Sucher der D3200 ist sehr hell und scharf. Das Sucherbild ist zwar nicht so groß wie bei den FX Modellen, da hier ein Pentaspiegel zum Einsatz kommt und nicht ein höherwertiges Pentaprisma – ist aber dafür wiederum leichter. Das Sucherbild umfasst etwa 95% des Sichtfelds – Ihr werdet also auf dem Foto etwas mehr drauf haben, als Ihr durch den Sucher seht.
Sehr positiv fällt auf, dass die Belichtungskorrektur in Schritten zu Drittel-Blenden angezeigt wird. Einige hochpreisigere Modelle lösen hier nur halbe Blenden auf.
Autofokus
Die D3200 verfügt über 11 Autofokuspunkte. Dabei könnt Ihr auf die bei Nikon üblichen Modi setzen, um den Fokussierbereich im Sucher zu wählen:
- single-point AF: einen der 11 Fokuspunkte wählen und nutzen
- dynamic-area AF: einen der 11 Fokuspunkte wählen, es werden aber auch Fokuspunkte in dessen Umgebung berücksichtigt
- auto-area AF: die Kamera bestimmt auf magische Weise selbst, welche Fokuspunkte genutzt werden
- 3D-tracking: nach einmaliger Scharfstellung des Motivs im Sucher verfolgen die Fokuspunkte das sich bewegende Objekt. Diese Einstellung ist besonders nützlich bei Kinder- oder Tieraufnahmen.
Leider müsst Ihr in den Menüs herumfummeln, um zwischen diesen Modi zu wählen. Ein extra Knopf dafür ist nur den teureren Modellen gegönnt. Ist der Autufokus-Punkt (oder Bereich) definiert, könnt Ihr zwischen AF-S, AF-C und AF-A wählen:
- AF-S: beim Drücken des Auslösers bis zum ersten Druckpunkt stellt die Kamera einmal scharf und bleibt bei der Einstellung.
- AF-C: kontinuierlicher Autofokus. Die Kamera stellt, solange man auf dem ersten Druckpunkt des Auslösers bleibt, ständig scharf. AF-C ist in Kombination mit 3D-Tracking perfekt für das Fotografieren von Action.
- AF-A: Die Kamera entscheidet selbst zwischen AF-S und AF-C.
In der Praxis ist der Autofokus der Nikon D3200 sehr schnell, leise und genau. Stellt “auto-area AF” und “AF-A” ein und die Kamera wird den Fokus fast immer perfekt setzen – als ob sie hellsehen könnte. Das AF-System hat Nikon perfekt im Griff und ist z.B. Canon in dieser Preisklasse um ein paar Schritte voraus. Die Erkennung der Augen (z.B. bei der Aufnahme von Porträts) scheint nicht integriert zu sein, anders als bei den Profi-Modellen D800 und D4. Hoffen wir mal, dass Nikon das im Rahmen eines Firmware-Updates nachliefert.
Die AF-Punkte im Sucher sind keine klobigen Rechtecke wie bei den größeren Modellen sondern kleine Punkte, die das Sichtfeld nur minimal stören.
Belichtung
In der D3200 ist ein 3D Color Matrix Meter der zweiten Generation verbaut. Er besitzt 420 RGB-Pixel, d.h. die Kamera unterscheidet bei der Belichtungsmessung nicht nur zwischen hell und dunkel sondern auch farbabhängig.
Ihr könnt in den Tiefen der Menüs einstellen, ob sich die Kamera beim Belichten auf das gesamte Blickfeld konzentriert oder auf den gerade ausgewählten Fokuspunkt.
Nach meinem Geschmack belichtet die Nikon D3200 immer recht ordentlich, sodass ich (außer vielleicht im grellen Sonnenlicht) keine Belichtungskorrektur brauche. Auf die Belichtung mit Blitz-Aufnahmen ist auch Verlass, wenn Ihr einen gängigen Blitz mit i-TTL (z.B. Nikon SB-400
) verwendet.
ISO-Automatik und Empfindlichkeit
Dieses Feature funktioniert ebenfalls perfekt. Ihr könnt einen bevorzugten (kleinen) ISO-Wert einstellen und sobald das Licht zu schwach wird, erhöht die Nikon D3200 den Wert automatisch. Als Grenzwert könnt Ihr eine maximale Belichtungszeit angeben, die die Kamera nicht überschreitet.
Neu in dieser Preisklasse ist, dass die Kamera diesen Grenzwert automatisch an die Brennweite anpasst – bei größerem Zoom geht der ISO-Wert früher hoch als im Weitwinkelbereich.
Dies ist eine der nützlichsten Funktionen, die die Fotoindustrie erfunden hat – sie erspart euch das ständige Fummeln in den Menüs, um den ISO-Wert an das aktuelle Licht anzupassen.
Bei der Nikon D3200 könnt Ihr die ISO-Werte bis 3200 bedenkenlos nutzen, das Bildrauschen tritt hier noch nicht stark hervor. Notfalls könnt Ihr bis ISO 6400 gehen, das sieht noch immer recht ordentlich aus. Damit solltet Ihr – auch mit nicht besonders lichtstarken Linsen – niemals in die Verlegenheit kommen, einen Blitz zu brauchen.
Bildqualität
Was wir hier bewerten ist die Farbdarstellung, nachdem Schärfe und Belichtung passen (s.o.).
Der Weißabgleich der Nikon D3200 funktioniert perfekt, dessen Qualität hat sich mit jeder Generation von Nikon-Kameras stetig verbessert. Er liefert im Automatik-Modus bei jedem Licht genau die Ergebnisse, die ich erwarte.
Es stehen die üblichen, von Nikon bekannten, Farbeinstellungen zur Verfügung. Wer (so wie ich) warme und kräftige Farbtöne sehr gerne mag, kann im Menü den Weißabgleich entsprechend trimmen – und zwar getrennt für jede der Farbeinstellungen. Meine Empfehlung: nutzt diese Funktion bereits in der Kamera, dann spart Ihr euch das lästige Nachbearbeiten.
Die Bildqualität der Nikon D3200 ist perfekt und steht ihren Geschwistern aus dem Profi-Segment in nichts nach.
Ergonomie
Die Nikon D3200 besteht größtenteils aus Plastik. Lediglich die Halterungen für das Objektiv und Stativ sind aus Metall. Dies bewirkt, dass die Kamera sehr leicht ist und unter den Spiegelreflex-Modellen noch am ehesten als Reisebegleiter geeignet ist.
Sehr gut gelungen ist die Belichtungskorrektur – wird diese geändert, schaltet sich der LCD-Bildschirm automatisch ein und stellt die Belichtungskorrektur betont dar – somit seht Ihr, was Ihr eingestellt habt, noch während der Fotoapparat zum Auge wandert.
Typisch für die Preisklasse, in der sich die Nikon D3200 befindet, ist der Mangel an dedizierten Knöpfen – diese bleiben eben den entsprechend teueren Modellen vorbehalten. Wenn Ihr mal keine Lust auf die (exzellent funktionierenden) Automatiken habt, müsst Ihr ziemlich viel in den Menüs herumwühlen.
Um das ein wenig abzumildern, gibt es einen Fn-Knopf – den könnt Ihr mit einer beliebigen Einstellmöglichkeit aus den Menüs belegen.
Nikon hat sich entschieden, beim Bildwechsel im Playback-Modus eine Animation zu integrieren – offenbar gibt es tatsächlich Leute, die ihre Kaufentscheidung von sowas abhängig machen. Dumm ist, dass diese voreingestellt ist. Dadurch dauert der Bildwechsel länger und Ihr könnt zwei aufeinander folgende Aufnahmen nicht mehr durch schnelles hin und her schalten vergleichen – das wäre eines der ersten Dinge, die ich nach dem Kauf der Kamera abschalten würde.
Der LCD-Bildschirm auf der Rückseite der Kamera ist groß und sehr hell, die Farben werden brillant und akkurat dargestellt. Ihr könnt den Bildschirm ohne weiteres verwenden, um eure Aufnahmen zu kontrollieren und zu entscheiden, welche Ihr ggf. löscht.
Pro Batterieladung habt Ihr ca. 700 Schuss – das reicht für den Alltag. Wenn Ihr Vielschießer seid (so wie ich), sollte Ihr euch die Anschaffung eines Ersatzakkus überlegen. Die Ladestandsanzeige verändert sich nicht linear zum Verbrauch, d.h. sobald die Anzeige von voll auf zwei Drittel umstellt, wird der Akku bald leer.
Empfehlungen für die Nikon D3200
Im Kit mit der Linse ”Nikkor AF-S DX 18-105 VR” ist die Nikon D3200 für fast alles, was man jemals fotografieren möchte, perfekt geeignet.
Achtet beim Kauf von Linsen darauf, dass diese das Kürzel “DX” im Namen stehen haben – diese sind speziell für die Kameras mit kleinem (“gecropptem”) Sensor entwickelt. Die teueren FX-Linsen funktionieren auch super und erzielen (richtig angewendet) durchaus eine bessere Bildqualität, in der Regel lohnen sich diese aber nicht.
Beim Kauf von Speicherkarten solltet Ihr auf Qualität setzen – sehr bewährt sind die Modelle von Sandisk
. Wenn Ihr 700 Euro in eine Spiegelreflex-Kamera investiert, sollten 15 Euro für eine ordentliche SD-Karte auch drin sein.
Zusammenfassung
Die D3200 ist eine super Kamera, die keine nennenswerten Schwächen hat. Wenn mich jemand ohne Vorliebe für einen bestimmten Kamera-Hersteller nach einer Empfehlung fragt, nenne ich die Nikon D3200. Einen Vergleich mit der Canon EOS 650D findet Ihr in deren Testbericht.
Besonders bemerkenswert sind der schnelle Autofokus, die Performance in schwachen Lichtverhältnissen, und natürlich das geringe Gewicht. Damit seid Ihr perfekt für das Fotografieren eurer Kinder oder Haustiere in Action gerüstet.
In eigener Sache
Wenn euch diese Seite gefällt und vielleicht sogar dabei hilft, schöne Fotos zu machen, dann nutzt bitte diesen Link, um bei Amazon.de einzukaufen. Schaut auch mal in meinem Shop vorbei. Bitte nutzt auch das Forum, z.B. um Anregungen und Wünsche für diese Seite zu äußern. Wenn Ihr eure Fotos zu Geld machen wollt, dann schaut mal hier vorbei.